Bericht zur Deutschland-Durchquerung

 

Der kurze Reisebericht:

 

Von Beginn an war alles anders als 2017. Ich freute mich auf die Fahrt durch Deutschland und der Spaß war uns allen am wichtigsten auch wenn wir wussten, dass es anstrengend wird. Ab Kilometer 0 rollte es super, was auch am deutlich reduzierten Wettkampfgewicht von knapp unter 73 kg im Gegensatz zu 80 kg in Vorjahr lag. Dies ermöglichte es uns mit weniger Leistung und somit entspannter die ersten 380 Kilometer bis zu dem Punkt, wo 2017 die Reise endete, nahezu genauso schnell zurückzulegen. Auch der bis dahin eingelegte Zwischenstopp in unserer Heimat, wo Freude und Familie auf uns warteten war extrem schön, motivierend für uns alle und für mich der Punkt wo ich wusste, dass es diesmal klappen wird. Der Moment dann die Stelle kurz hinter Bad Hersfeld zu passieren, wo es 2017 nicht mehr weiterging war sehr schön und mein Ziel bevor es in die Nacht ging. Nach einem kurzen Stopp um mich auf die Dunkelheit vorzubereiten ging es weiter nach Eisenach an der beleuchteten Wartburg vorbei. Kurz nach Mitternacht auf dem Weg weiter Richtung Erfurt sanken die Temperaturen jedoch bis auch ca. 3-4 Grad ab. Mein geringes Gewicht und die Tatsache keine Winterkleidung eingepackt zu haben zwangen mich leider zu längeren Pausen als geplant. Die Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit machten mir sehr zu schaffen. Einzig meine/eine normale Winterjacke konnte etwas Abhilfe schaffen. Somit konnten wir zwischen 1 und 4 Uhr kaum Strecke zurücklegen aber mit dem Sonnenaufgang in Richtung Jena wurde es wärmer und das fahren wieder angenehmer. Die bis zu diesem Zeitpunkt eher flache bis wellige Strecke sollte ab nun in Richtung Chemnitz und Dresden aber sehr anspruchsvoll werden. Viele kurze aber steile Anstiege reduzierten unser Tempo und der zunehmend stärker werdende Ostwind=Gegenwind verlangsamten die Fahrt weiter. Auch ein zwischenzeitlich erfolgter Wechsel auf mein Bergrad hatte kaum positiven Einfluss auf ein schnelleres weiterkommen. Zwar war es in den Hügeln angenehmer und schneller jedoch bergab bei weitem nicht. Die diversen Stadtdurchfahrten bremsten unsere Fahrt zusätzlich, zwar boten Sie wenig Abwechslung zu den zum Teil schlechten und ruhigen Landstraßen aber das ständige Stopp and Go wurde auf Dauer nervig.  Kurz hinter Dresden wurde der letzte Stopp mit einem Kleidungs- und nochmaligen Radwechsel (auf’s TT-Rad) eingelegt um die letzten 100 flacheren Kilometer schnell zurückzulegen. Mein Ziel war es nun vor 20:00 Uhr den östlichsten Punkt Deutschlands zu erreichen. Widererwartend passte die Wattleistung noch sehr gut und das Tempo stimmte trotz des starken Gegenwindes. Vorbei an Bautzen, wo mein Team kurzerhand schon eine Unterkunft  für die Nacht gebucht hatte, ging es auf die letzten 50 Kilometer. Diese flogen nahezu an uns vorbei und um 19:58 Uhr rollten wir über das letzte Stück Asphalt auf dem Weg zum Ziel. Von da aus galt es noch 500 Meter zu Fuß zurückzulegen, bis es endlich geschafft war. Wir waren alle super froh das Ziel erreicht zu haben und ich bin sehr stolz auf mein Team. Eine super Leistung von allen hat den Erfolg erst möglich gemacht und ich freue mich schon auf neue Herausforderung mit dieser Truppe.

Vielen Dank!

 

Die Durchquerung in Zahlen:

 

Strecke: 821,81

Höhenmeter: 6.978

Fahrzeit: 27h 18m 55s

Gesamtzeit: 34h

Leistung Ø: 201 Watt (NP: 211 Watt)

Trittfrequenz Ø: 76 U/min

Herzfrequenz Ø: 144 S/min

 

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