Bericht Circuit Cycling Hockenheimring


Am Samstag den 09.05.2015 stand für mich das Circuit-Cycling auf dem Hockenheimring als erstes Rennen der Saison am Plan. Es sollte mir zeigen, wo ich mich trainingsmäßig befinde und wo ich an meiner Form bis zum Race Across Germany (RAG) im Juli noch arbeiten muss. Sicher ist das 10 Stunden Rennen am Hockenheimring „kurz“ im Vergleich zum RAG, aber dennoch ein guter Indikator für längere Rennen.

Einen Tag vor dem Rennen absolvierte ich meine letzte Trainingseinheit. Diese verlief recht gut und so konnte ich fast zum ersten Mal ohne Probleme mit einer guten Form und guten Beinen in das Rennen gehen. Außerdem stellte ich einen halben Tag vor Rennstart meine Ernährung auf Flüssignahrung von allin um. Samstagmorgen machte ich mich mit meiner Mama als Betreuerin auf den Weg nach Hockenheim. Dort angekommen holten wir schnell die Startunterlagen für mich, hörten kurz bei der Fahrer-Besprechung zu und danach hieß es nur noch schnell umziehen, einrollen und zum Start begeben, da ich weit vorne stehen wollte um sofort mit der Spitzengruppe der Teamfahrer mitgehen zu können. Um Punkt halb 10 wurde gestartet und das Tempo war von Anfang an sehr hoch mit Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 40 bis 42 km/h. Nach ca. einer Rennstunde setzten sich zwei Einzelfahrer ab. Ich blieb zunächst in der Gruppe, doch ein kurzer Regenschauer machte das fahren dort ein wenig riskanter und einige Fahrer stürzten leider. Um dem Risiko zu entgehen und die zwei Ausreißer nicht zu weit weg kommen zu lassen startete ich eine Aufholjagd. Mehrere Runden fuhr ich vor dem Feld mit ca. 320 Watt, doch starker Wind machte den Weg Richtung Motodrom sehr schwer. So kam ich weder den Ausreißern näher, noch dem Feld richtig davon. Daher beendete ich den Versuch und reite mich wieder in der Gruppe ein. Doch da merkte ich die Folgen meiner versuchten Flucht nach vorne… Die harten Antritte aus den Kurven wurden immer schwerer und die Teamfahrer gaben weiter richtig Gas. Ich versuchte den Durchfluss meiner Trinknahrung zu erhöhen um der Ermüdung ein wenig entgegen zu wirken. Dies gelang mir sogar in Teilen, jedoch entschied ich mich gegen den geplanten Flaschentausch während der Fahrt. Meine Mutter stand schon zum Tausch bereit, aber ich blieb stehen um neue Trinkflaschen zu bekommen. Wir sprachen kurz und nach ein paar aufbauenden Worten fuhr ich weiter. Die Gruppe war noch irgendwo auf der Strecke, sodass ich kurz alleine „normales“ Tempo fuhr, doch Gut fühlten sich die Beine immer noch nicht an, auch wenn die getretene Leistung passte. Dies setzte mir mental ein wenig zu und ich hatte nach ca. 4,5 Rennstunden fast schon keine Lust mehr… Nachdem mich die Gruppe wieder eingeholt hatte reite ich mich mit einer Runde Rückstand zur Spitze ein. Mit jeder Runde fühlte ich mich besser. Doch ab einer bestimmten Runde ging es dann wieder Rückwärts und es begann wieder schlechter zu laufen. Hatten die Antritte eben noch gut geklappt, wurde es nun wieder schwerer und ich entschied mich nach 6,5 Rennstunden erneut stehen zu bleiben. Ein Schluck Cola, ein wenig Wasser für unterwegs, da ich energiemäßig schon längst voll versorgt war. Wieder eine kurze „Krisenbesprechung“. 6 Monate hartes Training sollten doch nicht umsonst gewesen sein? Ein Platz unter den Top 10 jetzt schon aussichtslos? Mit diesen Fragen aber vor allem viel Anfeuerung ging ich zurück auf die Strecke. Kurzes warten auf die schnelle Gruppe und dann einreihen. Dies gelang wieder und Gefühlsmäßig ging es diesmal nur bergauf. Doch allmählich begangen die Teams sich zu bekämpfen. Immer wieder Antritte und die aus den Kurven wurden deutlich härter. Aber das konnte mich und ein paar anderen Einzelfahrer nicht abhängen, jedoch wurde die Gruppe immer kleiner. Nach 8,5 Rennstunden entschied ich mich für einen letzten Stopp um mir für die letzte gute Stunde noch ein wenig Energie mitzunehmen. Mittlerweile waren die Fragen verflogen, die zwischenzeitige Unterstützung durch einen weiteren Teil der Familie vom Streckenrand war enorm hilfreich, und ich ging mit dem Gedanken auf die Strecke: „Das kann ja doch noch eine gute Platzierung werden“ Die Spitzengruppe konnte ich in der letzten Stunde nur noch teilweise halten, da dort nun die Positionskämpfe und Attacken immer härter wurden. Also fuhr ich mit meiner Grundlagenleistung weiter, was aber immer noch sehr zügig war. Als einzelner Einzelfahrer war ich am Ende nahezu der schnellste auf der Strecke und ich konnte sogar noch Dinge von anderen Betreuern vernehmen wie: „Das sieht noch sehr gut aus, weiter, weiter!“ Mit diesem Zuspruch, Musik über die Kopfhörer und schönstem Wetter beendete ich nach knapp 10 Stunden das Rennen mit 82 gefahrenen Runden, was ca. 372 Kilometern entspricht. Meine Platzierung wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht und ich suchte meine Mutter auf, welche schon auf mich wartete um mir zu gratulieren, da ich angeblich 6. geworden sein soll. Wir machte uns auf den Weg um dieses Ergebnis schwarz auf weiß sehen zu können und es war wirklich so. Bei der Siegerehrung kamen einige Fahrer auf mich zu und beglückwünschten mich ebenfalls zu dieser Leistung und als ich dann bei der Wertung in Altersklassen sah, dass ich zweiter der AK 18-29 Jahre bin und auf’s Treppchen kam, war ich sehr erleichtert und glücklich, denn zum ersten mal hatte sich das Training in einem Ergebnis in dieser Form ausgezahlt.

An dieser Stelle möchte ich mich sehr bei meiner Mama für die tolle Unterstützung bedanken.

 

Einen großen Dank möchte ich auch an die Firma SIEGENIA richten, durch deren Unterstützung ich ein weiteres Jahr zeigen darf, was ich im Bereich Extremradsport drauf habe.


Weiter möchte ich all meinen Ausstattern danken, die Produkte für Siegertypen herstellen!
Dazu zählen allin, debello, Sqlab und owayo.


Danken möchte ich außerdem dem OPT und STAPS, welche sich um meine körperliche Leistungsfähigkeit in den letzten sechs Monaten gekümmert haben.

 

Ihr seid Super!!!